
Neuausrichtung der Kliniklandschaft nimmt weiteren Schritt
Die künftigen Aufgaben der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz sind festgelegt. Damit ist auch klar, dass in Bingen, Kirn und Hermeskeil Regiokliniken kommen. Was die Krankenhausgesellschaft dazu sagt.
Mainz (dpa/lrs) -
Auf dem Weg hin zu einer neuen Struktur der Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz ist ein weiterer Schritt gegangen. Inzwischen wurden alle Bescheide an die Krankenhäuser im Land verschickt, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. In denen werden den Kliniken ihre künftigen Aufgaben zugeteilt.
Es bleibt dabei, dass die Häuser in Bingen, Kirn und Hermeskeil mit Beginn des kommenden Jahres Regiokliniken werden, also Einrichtungen an der Schwelle zwischen stationärer und ambulanter Behandlung ohne bestimmte Leistungsgruppen. Noch nicht abgeschlossen sind dagegen Gespräche mit den Trägern der Krankenhäuser in Simmern und Bitburg mit Blick auf die mögliche Einrichtung von sogenannten Stroke Units zur Behandlung von Schlaganfallpatienten. Es solle geschaut werden, wie die Versorgung in diesen beiden Regionen weiter gestärkt werden könne, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD).
Krankenhausgesellschaft sieht tragfähige Grundlage
Mit Blick auf die verschickten Bescheide sagte Hoch: «Jetzt haben die Krankenhäuser Klarheit darüber, welche Leistungen sie künftig anbieten können. Damit schaffen wir Planungssicherheit und bringen die Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz vom Verfahren in die konkrete Umsetzung.»
Für die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz wurde eine tragfähige Grundlage für eine flächendeckende und stärker spezialisierte Versorgung geschaffen. Eine Umsetzung guter Strukturen könne jedoch nur gelingen, wenn auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben seien, heißt es in einem Positionspapier der Gesellschaft.
Positionspapier fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Statt der im Zuge des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes vorgesehenen Kürzungen der Budgets der Krankenhäuser sei eine kostendeckende Refinanzierung, vor allem ein vollständiger Tarifausgleich, für eine erfolgreiche Umsetzung der Reform unabdingbar, heißt es in dem Papier.
Mit dem Gesetz sollen weitere Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen verhindert werden. Der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Frank Lambert, sagte: «Eine gute Krankenhausplanung braucht nun auch wirtschaftlich stabile Krankenhäuser.»
dpa
Bild: Krankenhäusern wurden in nun verschickten Bescheiden Leistungsgruppen zugewiesen. (Archivbild) | Andreas Arnold/dpa
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