
Ministerpräsident: «Es fängt an mit der Beleidigung»
Ministerpräsident Schweitzer fordert nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter mehr Zivilcourage. Viele Menschen versammeln sich im Gedenken an den Getöteten.
Mainz (dpa) -
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat bei einer Gedenkveranstaltung für den getöteten Zugbegleiter einen respektvolleren Umgang in der Gesellschaft und mehr Zivilcourage gefordert. «Es ist nicht diese Tat, mit der es angefangen hat», sagte er beim Totengebet für Serkan C. vor mehr als 1.000 Menschen in Ludwigshafen. «Es fängt an mit der Beleidigung.» Oder auch mit der abschätzigen Formulierung am Arbeitsplatz, gegenüber Rettungs- oder Pflegekräften und Zugbegleitern.
Serkan C. habe nur seine Arbeit gemacht. «Er war ein Freund, er war ein Nachbar, er war ein Kollege, er war ein Ludwigshafener», sagte Schweitzer. Er sei auch Vater von Kindern gewesen. «Ich stehe vor Ihnen als Landesvater, aber ich bin auch Vater von Kindern. Und niemand kann sich wirklich vorstellen, was uns jetzt in der Familie begegnet an Trauer, an Verständnislosigkeit, auch an Wut.»

Der Leichnam sollte anschließend in die Türkei gebracht werden. | Boris Roessler/dpa
Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress nahe Kaiserslautern von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter griechischer Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft. Der Leichnam sollte nach dpa-Informationen nach dem Totengebet vor einer Moschee in Ludwigshafen in die Türkei gebracht und dort beigesetzt werden.
dpa
Bild: Ministerpräsident Schweitzer zeigte sich von der Tat tief betroffen. | Boris Roessler/dpa
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