
Radwegebau in Rheinland-Pfalz schreitet weiter voran
2.016 Kilometer Radwege gibt es jetzt an großen Straßen in Rheinland-Pfalz. Kommunen schieben eigene Projekte an, doch der ADFC sieht Luft nach oben.
Mainz (dpa/lrs) -
Rund 15 Kilometer neue Radwege sind im vergangenen Jahr entlang von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Rheinland-Pfalz fertiggestellt worden. Damit habe das Radwegenetz entlang dieser sogenannten klassifizierten Straßen eine Gesamtlänge von über 2.016 Kilometern erreicht, teilte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums mit.
«Damit wird das Radwegenetz an klassifizierten Straßen im Land weiter ausgebaut und insbesondere die Verkehrssicherheit für den Alltags- und Freizeitradverkehr verbessert», so die Sprecherin. Das gesamte klassifizierte Straßennetz hatte dem Landesbetrieb Mobilität zufolge zum 1. Januar 2025 hingegen eine Länge von knapp 17.400 Kilometern.
Viele Radwegprojekte in Kommunen
Unter den fertiggestellten Projekten befinde sich etwa die Fuß- und Radwegbrücke über die B10 bei Landau oder der neue 4,3 Kilometer lange Radweg entlang der B53 zwischen Klüsserath und Trittenheim an der Mosel. Zusätzlich hätten der Sprecherin zufolge zahlreiche Kommunen im Land eigene Radwegprojekte umgesetzt. Darunter etwa kleinere Radwegbrücken, der Ausbau von Teilstrecken oder Beschilderungsmaßnahmen.
Gemeinsam mit den Kommunen baue das Land aktuell ein Netz von sieben Pendler-Radrouten mit einer Gesamtlänge von über 370 Kilometern auf. «Ziel ist es, direkte, sichere und komfortable Radverbindungen zwischen Wohnorten, Arbeitsplätzen, Hochschulen und Bahnhöfen zu schaffen und damit das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag zu stärken», so die Sprecherin. Bereits heute seien mehr als 330 Kilometer der vorgesehenen Strecken grundsätzlich nutzbar, müssten jedoch teils auf den gewünschten Qualitätsstandard gebracht werden.
Radfahrer sollen nicht mehr Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse sein
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Rheinland-Pfalz (ADFC) fordert hingegen einen deutlich stärkeren Ausbau von Fahrradwegen entlang klassifizierter Straßen. Wer das Fahrrad politisch ernst nehme, müsse sichere Infrastruktur, klare Standards, ausreichend Geld und mehr Unterstützung für die Kommunen liefern, heißt es. Der Radverkehr solle nicht weiter vom guten Willen einzelner Orte abhängig gemacht werden. Für 2026 wünscht sich Robert Wöhler, Geschäftsführer des ADFC, vor allem, dass Radfahrende «nicht länger als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt werden».
Der ADFC habe entsprechend klare Erwartungen an die neue Landesregierung. «Radverkehr muss vom Randthema zum festen Bestandteil der Landespolitik werden, mit messbaren Zielen, mehr Verkehrssicherheit und einer Politik, die Radfahrende nicht als Störfaktor, sondern als selbstverständlichen Teil moderner Mobilität behandelt.»
dpa
Bild: Die sieben Pendler-Radrouten sollen eine Gesamtlänge von über 370 Kilometern bekommen. (Archivbild) | Etienne Dötsch/dpa
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