In Straßburg «aufgefressen»: Mainz muss sich schütteln

 

In Straßburg «aufgefressen»: Mainz muss sich schütteln

Der Traum vom ersten Europacup-Finale ist bei Mainz geplatzt. Wie das Fischer-Team sich wieder aufrappeln will vor dem Gladbach-Spiel und was überraschend noch möglich ist.

Straßburg (dpa) -

Nach der Lehrstunde von Straßburg mit viel Aufregung im Anschluss an das Aus in der Conference League muss der FSV Mainz 05 erst mal wieder in die Spur finden. Ungewohnt harsch kritisierte Trainer Urs Fischer im Anschluss des 0:4 bei Racing seine Profis. Die dürfen den Abstiegskampf in der Bundesliga noch nicht abhaken und fahren angeschlagen zu Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 19.30 Uhr/DAZN). «Das wird bei uns keine bleibenden Schäden hinterlassen», versicherte Sportvorstand Christian Heidel im Stade de la Meinau.

«Wir hatten keine Antwort»

«Man muss deutlich sagen: Wir waren überfordert. Sie haben uns aufgefressen», sagte Fischer dem Sender RTL: «Es war das, was ich befürchtet habe: Wir hatten keine Antwort.» Die Rheinhessen konnten in keiner Phase an den 2:0-Sieg im Hinspiel anknüpfen und spielten beim französischen Erstligisten keine einzige Torchance heraus. 

«Wir hatten den Mut heute nicht», bilanzierte Fischer sichtlich angefressen. Am Ende bemühte er sich noch um etwas versöhnliche Töne: «Ich muss auch vorsichtig sein nach so einem Spiel, dass man nicht was Falsches sagt. Die Jungs haben es bis heute zu gut gemacht, um alles schlecht zureden - aber es war wirklich unterirdisch.» Jetzt gelte es, «die Köpfe wieder freizubekommen». 

«Gegen beste Mannschaft ausgeschieden»

Heidel meinte hingegen, die Mannschaft könne erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb gehen. «Wir müssen natürlich attestieren, dass wir heute chancenlos waren. Wir sind ausgeschieden gegen die beste Mannschaft in diesem Wettbewerb.» 

Gegen Racing machtlos an der Linie: Mainz-Trainer Urs Fischer.

Gegen Racing machtlos an der Linie: Mainz-Trainer Urs Fischer. | Philipp von Ditfurth/dpa

Zu allem Übel sah Nationalspieler Nadiem Amiri nach der Partie noch die Rote Karte, als es zu einem Gerangel zwischen Straßburger und Mainzer Spielern kam. Martial Godo hatte ausgerechnet direkt vor der Mainzer Kurve ein blaues Trikot triumphierend über die Eckfahne gehängt. «Das ist Kindergarten», sagte Heidel zum Auftreten des Franzosen.

Mainzer erbost über Racing-Jubel

Amiri hatte im Getümmel offensichtlich zu erbost reagiert. «Das geht für mich gar nicht. So was gehört sich nicht, das hat für mich nichts mit Respekt zu tun», sagte Paul Nebel über die Aktion seines französischen Gegenspielers. Zum leblosen Auftritt seines Teams sagte er: «So kann man nicht auftreten.»

«Dumme Fehler» und «keine gute Körpersprache» beklagte Kapitän Silvan Widmer. «Viel Zeit, die Köpfe hängenzulassen, haben wir aber nicht. Das einzig Positive ist, dass wir uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren können», sagte der Schweizer Auswahlspieler. «Die Niederlage fühlt sich so ein bisschen an wie das Ausscheiden aus einem großen Turnier mit der Nationalmannschaft.» 

Gladbach als nächste Herausforderung

Heidel war sichtlich bemüht, den Stab nicht über die Spieler zu brechen und sagte zur nächsten Herausforderung in Gladbach: «Das sind alles Profis. Das tut jetzt weh. Morgen früh fahren wir nach Hause und dann kümmern wir uns um Mönchengladbach. Borussia Dortmund hat in Bergamo die Kiste voll bekommen und danach haben sie weiter Fußball gespielt - und so machen wir das auch.»

Als Tabellenneunter mit 33 Punkten sind die Mainzer noch nicht durch im Kampf um den Klassenverbleib. Paradoxerweise dürfen sie theoretisch sogar auf eine erneute Europacup-Qualifikation hoffen. Aufgrund der aktuellen Konstellation sind für die Bundesliga in der Saison 2026/27 noch neun statt der sechs festen Europacup-Startplätze, die ihr gemäß der Fünfjahreswertung der europäischen Fußball-Union über die Liga zustehen, möglich.

dpa

Bild: Rudelbildung nach dem Conference-League-Aus für Mainz in Straßburg. | Philipp von Ditfurth/dpa

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Datum: 17.04.2026
Rubrik: Lokales
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