«Fiebertraum» bei Aufsteiger Elversberg - Fortuna stürzt ab

 

«Fiebertraum» bei Aufsteiger Elversberg - Fortuna stürzt ab

Riesenjubel in Spiesen-Elversberg, Tristesse bei Hannover und Fortuna Düsseldorf: Am letzten Spieltag der 2. Bundesliga bleiben Auf- und Abstieg bis zum Ende spannend. Ein Traditionsclub fällt tief.

Spiesen-Elversberg (dpa) -

Grenzenloser Jubel im kleinen Saarland, Zäsur nach einem dramatischen Zweitliga-Finale für Traditionsclub Fortuna Düsseldorf: Die Profis der SV Elversberg stießen mit riesigen Biergläsern auf ihren historischen ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga an, bei Fortuna herrschte dagegen nach dem Absturz in Liga drei Trauer und Verzweiflung.

Tränen bei Fortuna

Nach der 0:3-Pleite bei Greuther Fürth wurden die Profis - mit Ausnahme des bitterlich weinenden Torhüters Florian Kastenmeier - in der Kurve von den schwer enttäuschten Fans lautstark ausgepfiffen. 

«Wir spüren brutale Leere und Enttäuschung. Wir hatten alles in der eigenen Hand», sagte Vorstandsboss Alexander Jobst bei Sky. Der zweimalige Pokalsieger muss erstmals seit 17 Jahren wieder in die 3. Liga und hat ein Polster am letzten Spieltag auf denkwürdige Art und Weise vergeben.

Desaster in Fürth: Fortuna Düsseldorf steigt ab.

Desaster in Fürth: Fortuna Düsseldorf steigt ab. | Daniel Löb/dpa

Ganz anders die Gemütslage in Spiesen-Elversberg, wo mit Abpfiff des klaren 3:0 (2:0) gegen Preußen Münster die große Aufstiegsparty begann. Die Fans stürmten den Platz in dem kleinen Stadion, auch Trainer Vincent Wagner warf sich mitten in die feiernde Menge. Ein Jahr nach dem Relegations-K.o. gegen den 1. FC Heidenheim ist der Sprung ins Oberhaus nun perfekt. Der FC Schalke 04 stand als Meister bereits fest.

«Man kann es gar nicht realisieren, was hier gerade passiert», sagte Stürmer Luca Schnellbacher inmitten der Feierlichkeiten, bei denen «Sweet Caroline» aus den Boxen dröhnte. Künftig geht es nicht mehr gegen Münster oder den 1. FC Magdeburg, sondern gegen die ganz Großen in Deutschland. «Das ist ein Fiebertraum. Dass Harry Kane hier in den Container kommt, hätte ich mir auch nicht ausgemalt», sagte Schnellbacher. «Jetzt wird ausgiebig gefeiert.»

Schröder sieht Hannover scheitern

Seine Chance auf den Aufstieg erhalten hat der SC Paderborn, der beim 2:0 (1:0) beim SV Darmstadt 98 seine Aufgabe meisterte und von einem Patzer von Hannover 96 profitierte. Als Dritter bekommt Paderborn zwei Duelle mit dem VfL Wolfsburg, der die Erstliga-Saison als Tabellen-16. abschloss. Am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) spielt der SCP zuerst in Wolfsburg, bevor am 25. Mai in Paderborn die Entscheidung fällt. 

VfL-Coach Dieter Hecking war am Sonntag in Hannover ebenso im Stadion wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Glück brachte der frühere Spitzenpolitiker nicht, die Niedersachsen kamen nach einem späten Gegentor in der Schlussphase nicht über ein 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg hinaus. Als die Partie in Hannover beendet war, hüpften die Paderborner Profis ausgelassen vor ihren Fans.

Sah bei seinem Herzensclub zu: Ex-Kanzler Schröder.

Sah bei seinem Herzensclub zu: Ex-Kanzler Schröder. | Swen Pförtner/dpa

Drama im Abstiegskampf

Ganz anders die Gemütslage bei der Fortuna, die mit drei Toren Unterschied bei Rivale Fürth verlor und damit den Vorsprung auf die Franken noch einbüßte. Die Fürther treten am Freitag sowie am 26. Mai in der Relegation gegen Rot-Weiss Essen um das 18. und letzte Zweitliga-Ticket an. Eintracht Braunschweig rettete sich mit einer 0:1-Niederlage auf Schalke ganz knapp.

Die Rettung geschafft hat auch Arminia Bielefeld, das nach einem 0:1-Rückstand furios mit 6:1 gegen Hertha BSC gewann. Zwischenzeitlich war der Pokalfinalist der Vorsaison an dem turbulenten Nachmittag sogar auf Rang 17 abgerutscht. Dynamo Dresden und der 1. FC Magdeburg gerieten im Verlauf des Nachmittags nicht mehr in Gefahr.

Düsseldorfs Egouli ist bedient.

Düsseldorfs Egouli ist bedient. | Daniel Löb/dpa

Elversberg freut sich auf die großen Namen

Viele Traditionsclubs kämpfen gegen den Absturz in die Bedeutungslosigkeit, das kleine Elversberg wird dagegen ab August erstmals ganz oben mitspielen und Duelle mit dem großen FC Bayern oder Borussia Dortmund im Ligabetrieb bekommen. Das 15 Kilometer nordöstlich von Saarbrücken gelegene Örtchen mit gerade einmal 13.000 Einwohnern wird zum wohl ungewöhnlichsten Club der Bundesliga-Geschichte.

Trainer Wagner folgte zu Saisonbeginn auf Horst Steffen und verzichtete zum Start seiner Amtszeit bis zur ersten Niederlage darauf, sich die Haare zu schneiden. Einen solchen Einsatz gab es vor dem problemlos gemeisterten Schlussakt gegen Münster nicht. «Es gibt keine speziellen Wetten für heute», sagte Wagner bei Sky.

Obwohl die Saarländer vor der Saison zahlreiche Leistungsträger und den Trainer verloren haben, mischte die SVE bis zum Ende oben mit und schaffte diesmal den letzten Schritt. Dieser war Elversberg im Vorjahr gegen das nun direkt abgestiegene Heidenheim noch verwehrt geblieben. Gegen Münster ließen Bambasé Conté und Doppeltorschütze David Mokwa die Elversberg-Fans schon in den ersten 15 Minuten jubeln.

dpa

Bild: Elversberg-Coach Vincent Wagner jubelt mit den Fans über den Aufstieg. | Uwe Anspach/dpa

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Datum: 17.05.2026
Rubrik: Lokales
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