
Römerschiffe bekommen neue Ausstellung
Das Museum für Antike Schifffahrt in Mainz öffnet nach rund vier Jahren wieder. Dafür müssen große Holzschiffe aufwendig verrückt werden.
Mainz (dpa/lrs) -
Im Museum für Antike Schifffahrt hat eine Spezialfirma mit Hilfe von Transportluftkissen große Nachbauten der Mainzer Römerschiffe verrückt. Gummikissen halfen die empfindlichen Holzschiffe anzuheben, wie Alexander Wiesel von der Transportfirma erläuterte.
Die rund sieben bis acht Tonnen schweren Nachbauten gehen auf die 1981/82 am Rhein gefundenen Überreste mehrerer Schiffe aus spätrömischer Zeit zurück. Hintergrund der aufwendigen Aktion ist eine Neukonzeption der Ausstellung, die ab Ende des Jahres zu sehen sein soll.
Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Das erstmals 1994 eröffnete Museum gehört zum benachbarten Leibniz-Zentrum für Archäologie (Leiza).

Die Schiffe werden für die neue Ausstellung in Position gerückt. | Hannes P. Albert/dpa
Museum soll nach vier Jahren Ende 2026 wieder öffnen
Eigentlich war die neue Ausstellung schon 2022 geplant, wie die Abteilungsleiterin Ausstellungen beim Leiza, Henriette Baron, berichtete. Doch dann habe der Museumsbau ertüchtigt und Mängel etwa beim Brandschutz und der Elektrik beseitigt werden müssen. Es sei eins zum anderen gekommen. Seither ist das Museum geschlossen. «Es wird jetzt noch ein arbeitsreicher Sommer und Herbst.»
Die neue Schau in dem rund 3.300 Quadratmeter großen Ausstellungsraum wird auch barrierefrei sein. Die gesamten Kosten für die Neugestaltung bezifferte der administrative Direktor des Leiza, Torsten Fischer, auf rund 1,5 Millionen Euro.
Die zwischen 18 und 21 Metern langen Schiffe bilden zwei der in Mainz entdeckten antiken Schiffe aus dem 4./5. Jahrhundert nach Christus genau nach, wie Baron erläuterte. Eines war vermutlich ein Reiseschiff des Kaisers, das andere ein Patrouillenboot. «Mit 32 Ruderern und einem Mast war es superschnell.»

Die aufwendige Aktion nimmt einen ganzen Arbeitstag in Anspruch. | Hannes P. Albert/dpa
Warum bauen Menschen Schiffe und brechen auf?
In der Schau werden außerdem 6 Originalwracks sowie 48 Modelle antiker Schiffe zu sehen sein. Die römische Antike war eine Zeit, in der die Schifffahrt Regionen und Menschen miteinander verband. Doch warum bauen Menschen eigentlich Schiffe? Warum brachen sie auf? Wie knüpfen sie mit ihnen Netzwerke? Welche Infrastrukturen brauchen sie dafür? Welche Folgen hat die aus der Schifffahrt entstehende Mobilität – für die Welt und für die Menschen? Und vor allem: Welche Spuren hinterlässt all das damals und heute, in unseren Köpfen und in der Welt?
dpa
Bild: Ein Gummikissen hilft beim Verschieben des empfindlichen Holznachbaus. | Hannes P. Albert/dpa
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