
Rehlinger: Special Olympics werden Saar-«Sommermärchen»
Mit einer feierlichen Zeremonie und dem Entzünden der Flamme starten heute Abend die Special Olympics. Die Spannung steigt. Nicht nur bei den Sportlern.
Saarbrücken (dpa/lrs) -
Die nationalen Sommerspiele der Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung starten heute Abend in Saarbrücken. Rund 4.300 Sportler treten bis zum Samstag (20. Juni) in 27 Sportarten an.
Los geht es mit einer bunten Eröffnungsfeier (20.15 Uhr) im ausverkauften Ludwigsparkstadion in Saarbrücken: Dort wird die Special Olympics Flamme entzündet. Sky, Hessischer Rundfunk und Saarländischer Rundfunk übertragen die Eröffnungsfeier live im Fernsehen.
Rehlinger: «Wir feiern gegenseitigen Respekt»
Kurz vor dem Start der Spiele herrscht im Saarland Anspannung und Vorfreude. «Jetzt tatsächlich bin ich auch fast so aufgeregt, als würde ich selber starten und das ist immer ein unheimlich schönes Gefühl», sagte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), die früher als Leistungssportlerin aktiv war.
«Die Special Olympics werden ein saarländisches Sommermärchen», sagte sie. «Wir feiern sportliche Leistung, aber auch gegenseitigen Respekt.» Das Saarland sei «unfassbar stolz», Gastgeber dieses Ereignisses zu sein. «Unser Saarland-Stolz ist inklusiv. Wir schließen niemanden aus.»
Sie wünsche allen Teilnehmenden, «dass sie etwas Tolles für sich mitnehmen können von diesen Tagen». Natürlich von den sportlichen Leistungen, aber es gehe nicht nur um absolute Zahlen. Was zähle, seien die Begegnungen und das Gemeinsame, sagte Rehlinger.

Das Team ist aus Ostfriesland angereist. | Birgit Reichert/dpa
Aufgeregt ist auch das Leichtathletik-Team aus Husum aus Ostfriesland. «Wir sind froh, dass es endlich losgeht», sagte Trainerin Annika Brodersen. Viele seien schon nervös.
Was dieses Jahr besonders ist
Erstmals seien die nationalen Spiele im Südwesten Deutschlands, sagte die Präsidentin der Special Olympics Deutschland, Christiane Krajewski. Zudem sei es das erste Mal, dass der Wettbewerb grenzüberschreitend stattfinde.
Die Special Olympics seien für das Saarland auch «eine Haltungsfrage», sagte der saarländische Sportminister Reinhold Jost (SPD). Man wolle ein Zeichen dafür setzen, dass Menschen mit geistigen Behinderungen eine Bereicherung für die Gesellschaft seien.
Bundesweit größtes inklusives Multisport-Event
«In einer Zeit, in der es wieder Menschen gibt, die andere aussortieren, nur weil sie nicht in ihr krudes Weltbild gehören», sage er: «Wir lassen nie wieder zu, dass Menschen aussortiert werden. Auch dafür stehen diese Spiele.»
Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um das größte inklusive Multisport-Event in Deutschland. Der überwiegende Teil der Wettbewerbe wird in Saarbrücken ausgetragen. Die Spiele binden aber das ganze Saarland ein.
Rund 100.000 Besucher werden erwartet. Insgesamt investiere das Saarland derzeit gut zehn Millionen Euro in die Modernisierung von Sportstätten. Für das Bundesland ist es das größte Sportevent seiner Geschichte.
Die letzte nationale Ausgabe der Sommerspiele der Special Olympics war 2022 in Berlin. Special Olympics Deutschland veranstaltet nach eigenen Angaben im zweijährigen Wechsel nationale Sommer- und Winterspiele.
Mehrere Sportarten neu dabei
Im Saarland sind die Sportarten 3x3 Basketball, Geräteturnen, Hockey, Rudern und Segeln neu dabei. Eine Besonderheit ist zudem die erstmals grenzübergreifende Austragung: Denn die Wettbewerbe im Schwimmen finden in der französischen Nachbarstadt Forbach statt. Das unterstreicht nach Ansicht der Veranstalter den europäischen Charakter der Spiele und setzt ein Zeichen für Begegnung, Zusammenarbeit und Inklusion über Ländergrenzen hinweg.
Krajewski betonte den besonderen Charakter der Spiele. «Hier geht es nicht um Rekorde, sondern um Teilhabe, Begegnungen und um eine starke Gemeinschaft.» Viele Athleten wüchsen über sich hinaus, feierten ihre persönlichen Bestleistungen und machten sichtbar, wie viel Kraft in Zusammenhalt und gegenseitiger Wertschätzung stecke.
dpa
Bild: Die Vorfreude auf die Special Olympics wächst. | Birgit Reichert/dpa
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