
Hitzegefahr nicht nur in Dachwohnung: Bündnis fordert Gesetz
Hitzefalle Wohnung - in schlecht isolierten Räumen lassen sich die aktuellen Temperaturen besonders schwer ertragen. Ein Bündnis fordert die Landesregierung nun zum Handeln auf.
Mainz (dpa/lrs) -
Angesichts der anhaltenden Hitzewelle fordert ein Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden in Rheinland-Pfalz rasches Handeln der Landesregierung beim Hitzeschutz. Nötig seien ein niedrigschwelliges Landesförderprogramm für energetische Sanierungen sowie ein Wohnraumaufsichtsgesetz, teilte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz in Mainz mit. Schlecht gedämmte Gebäude entwickelten sich im Sommer zunehmend zu einer Gesundheitsgefahr für die Bewohner.
Nach Angaben der Verbände gilt mehr als ein Drittel der Gebäude in Rheinland-Pfalz als stark sanierungsbedürftig. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und einkommensschwache Haushalte seien betroffen. Das Bündnis verwies zudem auf die massiven gesamtwirtschaftlichen Folgen unzureichend sanierter Gebäude. Durch steigende Krankenstände und Produktivitätsverluste infolge von Hitzewellen könnten sich die Schäden für die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2030 auf 112,5 Milliarden Euro summieren, hieß es unter Berufung auf Daten des Kreditversicherers Allianz Trade.
Forderungen an die neue Landesregierung
Die Landesregierung solle die im Koalitionsvertrag angekündigten Investitionen zügig in konkrete Maßnahmen umsetzen, so das Bündnis. Gefordert wird ein Förderprogramm für Einzelmaßnahmen wie Dachdämmung, Fenstertausch und außen liegenden Sonnenschutz. Zudem müsse ein Wohnraumaufsichtsgesetz den Kommunen die rechtliche Handhabe geben, Mindeststandards auch gegenüber sanierungsunwilliger Vermieter durchzusetzen.
Erhoben wurden die Forderungen gemeinsam vom BUND Rheinland-Pfalz, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und dem Paritätischem Wohlfahrtsverband.
dpa
Bild: Schlecht isolierte Wohnungen sieht das Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden in der Hitzewelle als akute Gesundheitsgefahr. (Symbolbild) | Martin Schutt/dpa
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