Experte: Jeder Waldbrand ist unterschiedlich

 

Experte: Jeder Waldbrand ist unterschiedlich

Es kommt beispielsweise darauf an, was für Bäume brennen und wie der Boden beschaffen ist. Doch damit nicht genug, wie Christian Schmidt von einer Spezialfirma aus der Eifel erklärt.

Schwirzheim (dpa/lrs) -

Einzelne Waldbrände sind nach Einschätzung eines rheinland-pfälzischen Fachmanns nur schwer miteinander zu vergleichen. Entsprechend sei das beste Mittel zum Löschen von Fall zu Fall ganz unterschiedlich, sagte Christian Schmidt von der auf Waldbrandbekämpfung spezialisierten Firma Euro-Waldbrand aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm der Deutschen Presse-Agentur. «Jeder Waldbrand, den man in Deutschland hat, ist unterschiedlich.»

Es komme beispielsweise darauf an, welche Baumarten betroffen seien. Ein Feuer in einem Mischwald wie dem im Kreis Bad Kreuznach nahe Traisen sei leichter zu bekämpfen als der in einem reinen Nadelwald, erklärte Schmidt - solange es sich nicht wie in Traisen um eine mit Munition belastete Fläche handele. «Der Vorteil in einem Mischwald ist, dass man sehr viel Feuchtigkeit im Wald und auch im Boden hat. Er brennt schwerer als ein Nadelwald, weil im Nadelwald viele ätherische Öle sind.» 

Bodenbeschaffenheit und Topografie sind wichtige Faktoren

Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Bodenbeschaffenheit, erklärte Schmidt. Die Humusschicht sei unterschiedlich stark - das beeinflusse, wie weit sich ein Feuer in den Boden reinfressen könne. «Mal können das nur 5 Zentimeter sein, mal können das 30 Zentimeter sein. Oder das Feuer läuft einfach nur über die Oberfläche hinweg.» 

Hohe Windgeschwindigkeiten erschwerten Löscharbeiten, auch die Topografie sei mitentscheidend. Brennt es etwa in ebenem Gelände? Oder an einem Hang?

Nahe Traisen gehen Feuerwehrleute in einem Areal gegen Glutnester vor. (Archivfoto)

Nahe Traisen gehen Feuerwehrleute in einem Areal gegen Glutnester vor. (Archivfoto) | Sascha Ditscher/dpa

Sehr aufwendig sei das Löschen von Glutnestern wie gerade auch im Kreis Bad Kreuznach. Mit Werkzeug - einer sogenannten Pulaski-Axt oder einer Spatenschaufel - werde der Boden Stück für Stück umgegraben. «Wirklich mit der Hand», betonte Schmidt. Auf Glutnester werde Wasser aus einem Löschrucksack geschüttet. «Das ist im Endeffekt richtige Kleinstarbeit. Wenn man eine Riesenfläche hat, ist man da schon ein paar Tage im Gange.» Alternativ könne man Flächen auch über einen längeren Zeitraum beregnen, die Glutnester müssten aber trotzdem manuell bearbeitet werden. 

Landregen per Beregnungssystem hilft

Mit Werkzeug könne in einem mit Munition belasteten Gelände wie dem nahe Traisen selbstverständlich nicht gearbeitet werden, da nicht bekannt sei, wo sich Munition im Boden befinde. In solchen Bereichen können laut Schmidt stattdessen Beregnungssysteme eingesetzt werden. 

Diese könnten auf zuvor vom Munitionsbergungsdienst freigegebenen Wegen unter dem Schutz eines gepanzerten Fahrzeugs aufgestellt werden. Nach der Installation muss das Waldgebiet wieder verlassen werden.

«Man muss darauf achten, dass man einen Landregen erzeugt», erklärte Schmidt. «Den kann ich erzeugen, wenn ich eine Wasserabgabe von 25 Litern in der Minute mache, das ist wenig.» Damit werde die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung hochgesetzt, das Wasser ziehe nach und nach in den Boden ein. «Es darf nicht passieren, dass der Boden übersättigt, dann fließt sehr viel Wasser ab, das wir zur Waldbrandbekämpfung brauchen.»

dpa

Bild: Das Feuer am Rotenfels im Kreis Bad Kreuznach rückt in diesen Tagen den Umgang mit Waldbränden in Rheinland-Pfalz in den Fokus. (Archivfoto) | Kevin Schößler/dpa

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Datum: 02.07.2026
Rubrik: Lokales
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