
Studierende protestieren gegen Hitze auf dem Campus
Demonstrativ im Sommeroutfit schlagen Studierende der HTW Alarm. Der Hochschulpräsident gibt ihnen recht – und verspricht «Kühlinseln».
Saarbrücken (dpa/lrs) -
Mit Bademänteln und einer symbolischen Außensauna haben Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) gegen die Hitzebelastung protestiert. Unter dem Motto «Saunieren statt Studieren» versammelten sie sich vor der Mensa am Campus Alt-Saarbrücken.
Das AStA-Referat für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit hatte mit den Fachschaften Sozialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften zur Aktion aufgerufen. Mit einem symbolischen Saunaaufguss wollten die Studierenden zeigen, wie stark sich versiegelte Flächen und Hochschulgebäude aufheizen.
«Hitzeschutz ist keine Komfortfrage»
«Die Klimakrise ist längst auf unserem Campus angekommen», sagte AStA-Referentin Ronja Wachall. Studierende säßen in überhitzten Seminarräumen, Bibliotheken und Lernräumen. «Hitzeschutz ist keine Komfortfrage oder Luxus, sondern eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und gesundes Arbeiten.»

AStA-Referentin Ronja Wachall steht vor Gebäude 10 der HTW am Campus Alt-Saarbrücken. | Laszlo Pinter/dpa
Unterstützung kam von der Hochschulleitung. «Wir sitzen alle in derselben Sauna, im selben Boot - natürlich bildlich gesprochen», sagte HTW-Präsident Dieter Leonhard (66). Es gebe bei dem Thema keinen Dissens zwischen Studierenden, Beschäftigten, Professorinnen, Professoren und Präsidium.
Das Thema Hitze sei bei öffentlichen Gebäuden bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden, sagte Leonhard. Bei Neubauten müsse der Schutz vor hohen Temperaturen künftig stärker eingeplant werden. Im Gebäudebestand könnten Veränderungen dagegen nicht sofort umgesetzt werden.
Verstärkt im Homeoffice arbeiten
«Dass wir das langfristig in den Blick nehmen müssen, ist aus vielfacher gesellschaftlicher Perspektive eine zwingende Notwendigkeit», meinte Leonhard. Nach seinen Angaben hat die Schule erste Maßnahmen ergriffen. Beschäftigte könnten bei großer Hitze verstärkt im Homeoffice arbeiten. Für Fakultäten sei zudem möglich, häufiger Online- oder Hybridlehre anzubieten.

HTW-Präsident Dieter Leonhard steht in einem klimatisierten Hörsaal im Gebäude 10 am Campus Alt-Saarbrücken. | Laszlo Pinter/dpa
Daneben wolle die Schule eine knapp dreistellige Zahl von Standventilatoren beschaffen. Gemeinsam mit Studierenden solle außerdem geprüft werden, ob klimatisierte Räume als zeitweise «Kühlinseln» genutzt werden könnten.
Die Studierenden forderten kurzfristig leichteren Zugang zu klimatisierten Räumen, zusätzliche Trinkwasserspender, Ventilatoren und mehr beschattete Lern- und Aufenthaltsbereiche. Langfristig verlangen die Initiatoren einen verbindlichen Hitzeschutzplan. Dazu zählen die Entsiegelung stark aufgeheizter Flächen, mehr Bäume, Begrünung und Schattenplätze, Außenwasserspender sowie eine klimaresiliente Umgestaltung des Campus und seiner Gebäude.
dpa
Bild: Vier Studierende sitzen in einem grünen aufblasbaren Pool vor Gebäude 10 der HTW. | Laszlo Pinter/dpa
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