Rhein-Niedrigwasser trifft Binnenschifffahrt erheblich

 

Rhein-Niedrigwasser trifft Binnenschifffahrt erheblich

Das Aussetzen des Lkw-Sonntagsfahrverbots ist nach Ansicht von Spediteuren ein begrüßenswerter Versuch, die Lieferketten der angeschlagenen Wirtschaft zu erhalten. Die Wirkung sei allerdings begrenzt.

Frankfurt/Mainz (dpa) -

Das Aussetzen des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen ist nach Einschätzung des Speditions- und Logistikverbands Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV) «vermutlich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein». Die vernachlässigten Investitionen der letzten Jahre und Jahrzehnte in die Infrastruktur verlangten jetzt ihren Tribut, teilte SLV-Geschäftsführer Thorsten Hölser auf Anfrage mit. Die ausstehende Mittelrheinvertiefung, Probleme mit dem Schienenweg und fehlende Lkw-Parkplätze nannte er als Beispiele. 

Fahrermangel und Wirtschaftskrise kommen dazu 

Die Straßengüterverkehrsbranche habe zudem in den letzten Monaten aufgrund der Wirtschaftskrise ihre Kapazitäten heruntergefahren. «Daneben existiert seit Jahren ein erheblicher Fahrermangel.» Die Fahrer, die bereits von Montag bis Freitag im Einsatz seien, müssten zudem ihre Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten einhalten.

Kosten für Spediteure und Industrie steigen erheblich

Da ein Binnenschiff so viel transportiere wie 150 Lkw lasse sich ohnehin nur ein Teil auf die Straße verlagern. Die notwendigen Kapazitäten könnten weder die Schienen- noch die Straßengüterverkehrsunternehmen zur Verfügung stellen. Binnenschiffe transportierten zudem Container und Schüttgüter, auf der Straße und der Schiene würden dafür unterschiedliche Fahrzeugtypen benötigt. 

Das Niedrigwasser treffe «alle Unternehmen in der Binnenschifffahrt massiv», betonte Hölser. Längere Lagerzeiten und knappere Umschlagkapazitäten führten dazu, dass ganze Transportketten kurzfristig neu organisiert werden müssten und trieben die Kosten sowohl für die Speditionsbranche als auch die Industrie in die Höhe.

dpa

Bild: Das Niedrigwasser trifft alle Unternehmen der Binnenschifffahrt massiv, sagen Spediteure. | Boris Roessler/dpa

Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.

Datum: 10.08.2026
Rubrik: Lokales
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