
Höhere Waldbrandgefahr: Kommunen wollen mehr Geld vom Bund
Der Klimawandel erhöht die Waldbrandgefahr und erfordere deswegen einen anderen Wald und besser ausgestattete Feuerwehren. Ohne den Bund könnten sie sich das nicht leisten, sagen Städte und Gemeinden.
Berlin (dpa) -
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat wegen der steigenden Waldbrandgefahr mehr Geld von Bund und Ländern für Kommunen gefordert. Die Bedrohungslage durch Waldbrände spitze sich derzeit in mehreren Regionen zu und erfordere einen Paradigmenwechsel bei der Prävention von Bränden, sagte DStGB-Präsident Ralph Spiegler der «Rheinischen Post». «Die Finanzierung dieser Aufgaben übersteigt die Möglichkeiten der Kommunen. Bund und Länder müssen deshalb dauerhaft finanziell unterstützen, denn es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die Anpassung an den Klimawandel zu meistern.»
Die neue Bedrohungslage sei eine «sichtbare Folge des durch den Menschen verursachten Klimawandels», so Spiegler. Die Anpassung an den Klimawandel und die Prävention von Bränden betreffe «sowohl die Ausstattung der Feuerwehren mit den notwendigen technischen Mitteln zur Waldbrandbekämpfung, aber auch den sukzessiven Umbau der Wälder.» Vorausschauende Investitionen seien kostengünstiger als erst dann zu handeln, wenn der Wald schon brenne.
Landkreistag warnt vor Gefährdung von Menschenleben
Auch der Deutsche Landkreistag schloss sich angesichts jüngster Waldbrände der Forderung nach einer besseren finanziellen Unterstützung von Kommunen für die Waldbrandbekämpfung an. «Die Landkreise tragen zentrale Verantwortung für Katastrophenschutz, Umwelt- und Wasserbehörden. Wer sie finanziell und personell im Stich lässt, gefährdet im Ernstfall Menschenleben», sagte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Kay Ruge, der «Rheinischen Post». «Bund und Länder müssen die kommunale Ebene daher rasch und nachhaltig finanziell stärken.»
Es brauche vor allem befahrbare Waldwege, verlässliche Entnahmestellen für Löschwasser und moderne Technik wie autonome Löschroboter und Drohnen zur Lageerkundung, so Ruge. Gleichzeitig müsse man den Wald von anfälligen Monokulturen zu standortgerechten, vielfältigen Mischwäldern mit klimaangepassten Baumarten umbauen.
dpa
Bild: Im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen stehen mehrere Hundert Hektar Waldfläche in Flammen. | Volker Danisch/dpa
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