
Wie sich Tierseuchen 2025 in Rheinland-Pfalz ausbreiteten
Mehr als 200.000 Tierproben wurden 2025 in Rheinland-Pfalz untersucht. Eine Krankheit war besonders herausfordernd.
Koblenz (dpa/lrs) -
Tierseuchen haben die Veterinärbehörden in Rheinland-Pfalz auch 2025 stark beschäftigt. Besonders im Fokus standen die Geflügelpest und die Afrikanische Schweinepest (ASP). Das geht aus der nun vorgestellten Bilanz des Landesuntersuchungsamtes (LUA) hervor. Insgesamt untersuchte das LUA im vergangenen Jahr rund 208.000 Tierproben.
Vogelgrippe mit ungewöhnlicher Dynamik
Ab Herbst 2025 breitete sich die Geflügelpest bei Wildvögeln in Deutschland ungewöhnlich stark aus. LUA-Präsident Markus Böhl zufolge war es die größte Herausforderung. In Rheinland-Pfalz wurden von Ende Oktober bis Jahresende bei 100 Wildvögeln und in zwei Geflügelhaltungen Erreger nachgewiesen, wie das LUA vorstellte. Demnach trug vor allem der erste große Kranichzug zum starken Eintrag des Virus bei. Auch danach blieb die Ansteckungsgefahr an belasteten Gewässern erhöht. Der letzte Nachweis bei einem Wildvogel im Zusammenhang mit dem Geschehen erfolgte im März 2026.
Blauzungenkrankheit traf 88 Bestände
Auch die Blauzungenkrankheit nahm 2025 wieder deutlich zu. Das durch Gnitzen, also stechende Insekten, übertragene Virus wurde in Rheinland-Pfalz bei 100 Rindern, 14 Schafen und Ziegen sowie 11 Zoo- und Wildtieren nachgewiesen, wie das Amt bilanziert. Insgesamt waren 88 Tierbestände betroffen.
Die Krankheit kann unter anderem Fieber, Schwellungen, Apathie, einen deutlichen Milchrückgang und Fehlgeburten verursachen. Eine Impfung sei möglich und werde von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin empfohlen, erklärt das Untersuchungsamt. Land und Tierseuchenkasse bezuschussen demnach die Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen.
ASP: Keine Hausschweine betroffen
Nachdem die ASP im Juni 2025 im nordrhein-westfälischen Kreis Olpe nahe der Landesgrenze festgestellt worden war, verstärkten die rheinland-pfälzischen Behörden die Überwachung und Bejagung in angrenzenden Gebieten. Die Untersuchungen blieben dort bislang negativ. Die für Schweine meist tödliche Krankheit verursacht unter anderem hohes Fieber und Blutungen.
Bei der Afrikanischen Schweinepest gab es 2025 im Kerngebiet der Sperrzone 17 positive Nachweise bei Wildschweinen. Bei 15 Tieren wurde das Virus selbst nachgewiesen, bei zwei weiteren wurden Antikörper festgestellt. Ausbrüche bei Hausschweinen gab es dagegen nicht.
MKS bleibt unter Kontrolle
Auch die Maul- und Klauenseuche (MKS) sorgte nach einem Ausbruch in einer Wasserbüffelherde in Brandenburg im Januar 2025 für zusätzliche Kontrollen. Das LUA untersuchte bis Jahresende 1.709 Proben von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen sowie Zoo- und Wildtieren auf das Virus. Weitere 2.114 Proben wurden auf Antikörper untersucht. Alle Ergebnisse waren negativ.
Ministerin zieht positive Bilanz
Landwirtschaftsministerin Christine Schneider (CDU) betonte, das vergangene Jahr habe gezeigt, dass gute Vorbereitung, frühe Erkennung und schnelles und konsequentes Handeln Tierseuchen kontrollierbar machten.
Der Schutz vor Tierseuchen sei auch ein Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe. «Tierverluste und Handelsbeschränkungen bedeuten für landwirtschaftliche Betriebe erhebliche wirtschaftliche Einbußen», sagte sie. Vor allem schweine- und geflügelhaltende Betriebe merkten dies aufgrund der Afrikanischen Schweinepest und Geflügelpest immens. Zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest gehörten Schutzzäune, intensive Bejagungen und Drohnenüberwachungen sowie Beratungsangebote. Doch es sei eine Aufgabe für die Allgemeinheit, wachsam zu bleiben und Ausbrüche früh einzudämmen.
dpa
Bild: Christine Schneider (CDU), Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, zieht eine positive Bilanz. | Alina Grünky/dpa
Das Video-Newsportal der Region Koblenz.















































