Schweitzer-Abschied mit Ernsthaftigkeit und Anekdoten

 

Schweitzer-Abschied mit Ernsthaftigkeit und Anekdoten

Nach vielen Jahren in verschiedenen Positionen in der Landespolitik blickt der frühere Ministerpräsident und jetzige Bundesarbeitsminister zurück – doch nicht nur das.

Mainz (dpa/lrs) -

Nach vielen Jahren im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich Alexander Schweitzer mit ernsten und launigen Worten verabschiedet. «Dankeschön, es war mir eine Ehre», sagte der 53-jährige SPD-Politiker, seit kurzem Bundesarbeitsminister, zum Abschluss seines rund zehnminütigen letzten Auftritts am Podium in Mainz.

Schweitzer erzählte, wie er 2006 – für ihn damals sehr überraschend – Landtagsabgeordneter geworden war. «Ich muss sagen: Mir ist schon Schlimmeres passiert», ergänzte er. Seitdem habe er in seiner politischen Karriere viele Chancen bekommen und immer beherzt zugegriffen.

«Politik heißt immer, etwas zu wollen», sagte Schweitzer. «Nicht einfach nur froh zu sein über den Status quo oder froh über Ämter und Möglichkeiten der Amtsausstattung nach dem Motto: Jetzt bin ich da, jetzt habe ich eine Visitenkarte.»

Wiedersehen mit Klöckner in Berlin

Gebracht habe ihm sein bisheriges politisches Leben manch Überraschendes, erzählte der Südpfälzer und nannte ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit. Kürzlich habe ihm die ebenfalls aus Rheinland-Pfalz stammende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner den Amtseid abgenommen. «Das hätten wir beide nicht gedacht», sagte Schweitzer unter Gelächter im Plenum. Die CDU-Politikerin und er hatten sich früher teils scharfe Rededuelle im Landtag in Mainz geliefert.

Wenn die Politik Menschen nach einiger Zeit unerwartet wieder zueinander führt: Bundestagspräsidentin Klöckner nimmt Schweitzer Mitte Oktober im Bundestag den Amtseid als Bundesarbeitsminister ab. (Archivbild)

Wenn die Politik Menschen nach einiger Zeit unerwartet wieder zueinander führt: Bundestagspräsidentin Klöckner nimmt Schweitzer Mitte Oktober im Bundestag den Amtseid als Bundesarbeitsminister ab. (Archivbild) | Bernd von Jutrczenka/dpa

Schweitzer saß von 2006 bis 2009 im Landtag in Mainz sowie von 2013 bis jetzt – also auch zu seiner Zeit als Ministerpräsident. Von 2014 bis 2021 war er Vorsitzender der SPD-Fraktion und dann noch einmal von Mai dieses Jahres bis zu seiner Ernennung zum Bundesarbeitsminister.

Schweitzer baut Fahne von Hambach in Rede ein

Es sei etwas Besonderes, in Mainz unter der Fahne von Hambach zu tagen, sagte Schweitzer. Er spielte damit auf die im Plenarsaal hängende historische schwarz-rot-goldene Fahne von 1832 an. Damals hatten zehntausende Menschen auf dem Hambacher Schloss Freiheit, Bürgerrechte und die nationale Einheit Deutschlands gefordert.

Landtagspräsident Lammert (links) schenkte Schweitzer eine Flasche Wein und einen Füller.

Landtagspräsident Lammert (links) schenkte Schweitzer eine Flasche Wein und einen Füller. | Helmut Fricke/dpa

«Die, die damals aufs Hambacher Schloss hoch sind, die haben Schwarz, Rot und Gold und, meine Damen und Herren, nicht Braun zu ihrer Farbe gemacht», sagte Schweitzer. Rheinland-Pfalz und Deutschland seien immer dann stark, wenn die demokratische Mitte stark sei.

Sein Landtagsmandat wird Schweitzer zum 15. November niederlegen. Von Landtagspräsident Matthias Lammert bekam er zum Abschied eine Flasche Wein und einen Füller geschenkt, ergänzt um gute Wünsche für seine neue Aufgabe.

dpa

Bild: Noch einmal ergriff Schweitzer im Landtag in Mainz das Wort. | Helmut Fricke/dpa

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Datum: 29.10.2026
Rubrik: Lokales
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