
Mehr Saarländer sind auf Grundsicherung im Alter angewiesen
Reicht das Geld im Alter nicht aus, können Bedürftige Grundsicherung beantragen. Im Saarland wächst deren Zahl.
Saarbrücken (dpa/lrs) -
Im Saarland steigt die Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter in den vergangenen Jahren deutlich. Ende 2024 lag deren Zahl mit 11.275 Seniorinnen und Senioren um rund 24 Prozent höher als Ende 2021, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Im September 2025 standen 11.545 Empfänger in der Liste.
Der Anstieg der Grundsicherung im Alter sei ein bundesweiter Trend, teilte die saarländische SPD-Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Alwin Theobald (CDU) mit. Deutschlandweit hätten sich die Zahlen in diesem Zeitraum um 25,5 Prozent erhöht.
Kurzfristige politische Verantwortlichkeiten im Saarland ließen sich aus den Zahlen nicht seriös ableiten, teilte die Regierung mit, die seit Ende April 2022 im Amt ist. Zudem gingen die sozialpolitischen Rahmenbedingungen maßgeblich auf die Bundesebene zurück.
Jeder fünfte Tafelnutzer ist älter als 67 Jahre
Die Saar-Regierung verstehe die Zunahme der Zahlen als «Warnsignal» und Herausforderung, die entschlossenes Handeln erfordere. Dazu gehöre die verstärkte Unterstützung von Tafeln: 2025 seien rund 122.000 Euro an Fördermitteln geflossen. Im Saarland gebe es elf Tafeln, die mehr als 3.600 Haushalte regelmäßig mit Lebensmitteln versorgten.
Nach einer Erhebung des Landesverbandes der Tafeln von Februar 2025 liegt der Anteil der Senioren unter den Tafelnutzern bei 18 bis 20 Prozent.
Mittagstisch und Nachbarschaftshilfe
Gegen «Ernährungsarmut» bei älteren Menschen gebe es auch saisonale Winterhilfsaktionen mit gemeinschaftlichen Essensangeboten, teilte die Regierung mit. Modellhaft sei Anfang des Jahres das Projekt «Tafel + Caritas mit Mittagstisch» im Saarbrücker Stadtteil Burbach gestartet, das die Ausgabe von Lebensmitteln mit einem Mittagstisch und Beratung kombiniere.
Zudem gebe es das Landesprogramm «Saar66», das Kommunen dabei unterstütze, seniorenfreundliche Strukturen vor Ort aufzubauen. Dazu könnten gemeinschaftliche Mittagstische, Besuchsdienst, Nachbarschaftshilfe und mobile Unterstützung zählen.
Grundsicherung im Alter erhalten alle Menschen, die die Regelaltersgrenze überschritten haben und deren Einkommen nicht ausreicht, um ihren Lebensunterhalt zu decken.
dpa
Bild: Auch im Saarland steigt die Zahl der Grundsicherungsbezüge älterer Menschen. (Symbolbild) | Felix Kästle/dpa
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