
AfD und Linke legen bei Mitgliederzahlen zu
Die Saarländer wählen am 18. April 2027 einen neuen Landtag. Wie haben sich jüngst die Mitgliederzahlen in den Parteien entwickelt?
Saarbrücken (dpa/lrs) -
Ein Dreivierteljahr vor der Landtagswahl im Saarland verzeichnen AfD und Linke – anders als alle anderen Parteien – deutliche Zuwächse bei ihren Mitgliederzahlen. Ende Juni zählte der AfD-Landesverband 1.635 Mitglieder: Das sind fast 25 Prozent oder genau 324 Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor, wie die Partei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Man gehe davon aus, dass mit Blick auf die Wahl am 18. April 2027 die Zahl weiter steigen werde. «Die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft bei der AfD ist enorm in den letzten Wochen gestiegen», teilte die Partei mit.
Die Linke Saar verzeichne mit 1.796 Mitgliedern Ende Juni 14 Prozent mehr Mitglieder als zum Stichtag im Vorjahr (1.576). «Wir erwarten, dass im Hinblick auf die Landtagswahl die Mitgliederzahlen weiter steigen», sagte der Landesvorsitzende Florian Spaniol. Die Partei habe zum Ziel, 2027 die 2.000-Mitglieder-Marke im Saarland zu knacken.
SPD, CDU, Grüne und FDP mit Mitgliederverlusten
Die SPD, die im Saarland seit 2022 allein regiert, verliert dagegen Mitglieder. Ende 2025 zählte die Partei 12.883 Mitglieder – das waren 553 weniger als ein Jahr zuvor, wie der Sprecher der Partei mitteilte. Grundsätzlich gebe es weiter Neueintritte. Aufgrund der demografischen Entwicklung aber schieden viele langjährige Mitglieder altersbedingt aus, sodass die Gesamtzahl rückläufig sei.
Die CDU Saar hat nach eigenen Angaben derzeit rund 13.000 Mitglieder. Vor einem Jahr seien es rund 300 mehr gewesen, sagte der Parteisprecher. Der Rückgang sei in erster Linie demografisch bedingt: «Der größte Einzelfaktor bei den Austritten sind die Todesfälle.» Ein- und Austritte im engeren Sinne hielten sich seit Jahren weitgehend die Waage.

Die Parteien hoffen noch auf weitere Mitgliederzuwächse vor der Landtagswahl im April 2027. (Symbolbild) | Sina Schuldt/dpa
Bei Bündnis 90/Die Grünen stehen Ende Juni genau 1.569 Mitglieder in der Datei. Das sind 79 weniger als ein Jahr zuvor, wie die Sprecherin des Landesverbandes mitteilte. Vor der Wahl rechne man mit weiterem Zulauf. Die Grünen stellten sich «dem Rechtsruck und dem Erstarken der AfD» konsequent entgegen und setzten sich ein für Demokratie und Zusammenhalt. Dieses «klare Profil» motiviere Menschen, sich politisch zu engagieren.
Die FDP zählt Ende Juni 851 Mitglieder. Laut Partei sind das 94 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei habe es sich bei 53 Personen um einen Einmaleffekt durch Karteibereinigung gehandelt, teilte die Partei mit.
Was Wahlkampfthemen werden
Bei der Landtagswahl am 27. März 2022 hatte die SPD mit 43,5 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit geholt. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger führt seitdem eine SPD-Alleinregierung an der Saar. Im aktuellen Landtag stellt die SPD 29 von 51 Abgeordneten. Die CDU hat 19 Sitze, die AfD 3.
Die SPD will sich im Wahlkampf nach eigenen Angaben stark machen für «gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze, eine starke Wirtschaft, Bildungsgerechtigkeit, bezahlbares Leben, eine verlässliche Gesundheits- und Pflegeversorgung sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land».
Für die größte Oppositionspartei CDU ist die Landtagswahl 2027 «eine Richtungsentscheidung über die künftige Entwicklung des Saarlandes» – vor allem in Wirtschaft und Bildung. Die CDU wolle «mehr Fokus auf Mittelstand, Handwerk und Familienunternehmen», eine kostenfreie Meisterausbildung und verlässliche Betreuungszeiten in der Kita.
Viele Themen, aber immer auch Wirtschaft
Bei der AfD wird ein Hauptthema «Kampf und Erhaltung der Arbeitsplätze im Saarland» sein. Zudem spielten die Reformen des Gesundheits- und Rentensystems eine Rolle sowie kostengünstige Energiepolitik, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit.
Die Linke will Armut bekämpfen und das Leben wieder bezahlbar machen: «Wir sorgen für bezahlbares Wohnen und gehen gegen explodierende Mieten vor», sagte Spaniol. Mehr Personal für Bildung, eine gute Gesundheitsversorgung «in allen Regionen des Landes» und der Erhalt der Industrie seien weitere Themen.
Die Grünen wollen den Wirtschaftsstandort Saarland «durch Investitionen und klimaneutrale Technologien zukunftsfest» machen. Zudem sollten erneuerbare Energien ausgebaut und «die Folgen der Klimakrise entschlossen» angegangen werden. Gute Bildung und bezahlbare Mobilität seien weitere Ziele.
Bei der FDP werden Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur die Kernthemen sein, wie die Partei mitteilte.
dpa
Bild: In rund neun Monaten steht die Landtagswahl im Saarland an. (Archivbild) | Oliver Dietze/dpa
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