Martin: Kunstfreiheit durch ZDF-Ausladung nicht in Gefahr

 

Martin: Kunstfreiheit durch ZDF-Ausladung nicht in Gefahr

Es gab Kritik daran, dass der Sender den Auftritt des Rappers Danger Dan in der «Anstalt» strich. Die teilt der rheinland-pfälzische Justizminister Helmut Martin nicht und sagt, warum.

Mainz (dpa) -

Der rheinland-pfälzische Justizminister Helmut Martin versteht die Entscheidung des ZDF, den Rapper Danger Dan aus der Satiresendung «Die Anstalt» auszuladen. Dass einige deswegen die Kunstfreiheit in Gefahr sehen, hält der CDU-Politiker für übertrieben, wie er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz sagte. 

«Gleich die Kunstfreiheit in Gefahr zu sehen, wenn man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mal ein Stoppschild hinstellt, da sage ich: Eher andersherum.» Weiter sagte Martin: «Die Kunstfreiheit ist dann gefährdet, wenn wir Situationen generieren, die den Konsens an der Notwendigkeit, Kunst zu schützen und auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schützen, gefährden.» Man müsse einen Schritt weiterdenken. 

Minister mahnt

Im schlimmsten Fall könne der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit so umstrittenen Auftritten den Ast absägen, auf dem er sitze. Mit Blick auf radikale Kritiker des öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Systems fragte Martin: «Glauben Sie ernsthaft, wenn die über die Auslegung der Kunstfreiheit mal die Mehrheitsentscheidung treffen können, wäre der Kunstfreiheit gedient? Ich glaube das wirklich nicht.» 

Der Rapper Danger Dan sollte bei der 100. Ausgabe der «Anstalt», die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigte, gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit seinen neuen Song «Keine Angst» präsentieren. Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. 

Das war unter anderem von dem Musiker selbst und den Machern der Satiresendung kritisiert worden. ZDF-Intendant Norbert Himmler sagte der «Süddeutschen Zeitung», die Kurzfristigkeit der Ausladung müsse man sich vorwerfen lassen. «Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung.» Inhaltlich verteidigte er die Entscheidung aber.

dpa

Bild: Mit so umstrittenen Auftritten könne der öffentlich-rechtliche Rundfunk im schlimmsten Fall den Ast absägen, auf dem er sitze, sagtHelmut Martin. | Helmut Fricke/dpa

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Datum: 24.07.2026
Rubrik: Lokales
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