Trockenheit bremst Stechmücken - Ungewöhnliche Lage am Rhein

 

Trockenheit bremst Stechmücken - Ungewöhnliche Lage am Rhein

Der Südwesten hat derzeit gute Chancen auf ungestörte Grillabende - die oft störenden fliegenden Plagegeister bleiben aktuell aus. Warum ist das so?

Speyer (dpa) -

Wärme und Trockenheit sorgen am Oberrhein aktuell für eine ungewöhnlich ruhige Stechmückensaison. Wegen der regenarmen Witterung gab es zuletzt kaum Einsätze, wie die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mitteilte. Nur an wenigen Tagen hätten kleinere lokale Einsätze stattgefunden. Auslöser sei örtlicher Starkregen gewesen, der Rückhaltebecken oder Überschwemmungsflächen gefüllt habe.

Eine großflächige Bekämpfung in den Rheinauen habe es in dieser Saison bislang nicht gegeben. Seit dem Ende der Bekämpfung der Frühjahrsarten in sumpfigen Bruchwäldern habe sich kaum etwas getan. «Für den Schlupf fehlt den Stechmückenlarven ausreichend Wasser», sagte eine Kabs-Sprecherin.

Warten auf die nächste Überschwemmung

Die typischen Auwaldstechmücken verharrten in ihren Eiern im Boden und warteten auf die nächste Überschwemmung. Die Eier könnten mehrere Jahre im Erdboden überdauern. «Wir befinden uns gerade in Wartestellung.» Sollte es zum Wetterumschwung kommen, sei die Kabs jederzeit einsatzbereit.

Die Organisation nutzt die ruhige Phase in ihrem Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen für verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. So bietet die Kabs an mehr als zehn Standorten im Verbandsgebiet Exkursionen für Anwohner an.

Kampf gegen Asiatische Tigermücke läuft

Unabhängig von der Lage in den Rheinauen läuft der Kampf gegen die Asiatische Tigermücke in Siedlungsgebieten weiter. Die invasive Art finde auch in trockenen Jahren genügend wassergefüllte Gefäße in menschlicher Nähe, hieß es. Deshalb gebe es weiter regelmäßige Behandlungen mit dem biologischen Mittel Bti sowie Beratungen zur Vermeidung von Brutstätten.

In der Kabs - einem als gemeinnützig anerkannten Verein - sind Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen. Die Arbeit ist aufwendig: Am Boden schlagen sich die Experten durch dichtes Unterholz, viele Brutstätten werden aber auch aus der Luft behandelt. Von einem Helikopter aus verteilt die Kabs den Wirkstoff Bti gegen Larven.

dpa

Bild: Kabs-Chef Reichle nutzt die ruhige Phase im Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen für verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. (Archivbild) | Uwe Anspach/dpa

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Datum: 25.07.2026
Rubrik: Lokales
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