
Viele Kitas in Rheinland-Pfalz mit zu wenig Personal
Nur sechs Prozent der Kitas in Rheinland-Pfalz erfüllen die empfohlenen Personalstandards. Das ist das Ergebnis einer Bertelsmann-Studie.
Mainz/Gütersloh (dpa/lrs) -
Nur sechs Prozent der Kitas in Rheinland-Pfalz verfügen über die empfohlene Personalausstattung. Das geht aus einer bundesweiten Studie der Bertelsmann-Stiftung mit Sitz in Gütersloh hervor. Demnach entspricht die sogenannte Personalausstattungsquote in lediglich sechs von 100 Einrichtungen den fachlichen Empfehlungen, um die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern zu gewährleisten, heißt es in der Studie.
Zugleich hat im Bundesland gut jede sechste (16 Prozent) Einrichtung weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen. Bei weiteren 21 Prozent der Kitas liege die Personalausstattung etwas unterhalb der fachlichen Empfehlungen. Zu etwa zwei Dritteln werden die Empfehlungen bei knapp 57 Prozent der Kitas erfüllt.
Die Personalausstattungsquote ist ein in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien entwickelter Indikator. Er soll der Studie zufolge ermöglichen, die Personalsituation in Kitas auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik differenziert abzubilden. Rheinland-Pfalz schneide mit einer mittleren Personalausstattungsquote von 0,71 im Bundesländervergleich durchschnittlich ab, hieß es. Das bedeutet: Im Mittel verfügen die Kitas im Bundesland über 71 Prozent der Personalressourcen, die notwendig wären, um die fachlichen Empfehlungen zu erfüllen.
Mehrere Faktoren bestimmen Personalbedarf
«Ausreichende Personalkapazitäten sind unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht», betont das Studienteam. Ob die vorhandene Anzahl der Mitarbeitenden für den Bedarf der Kinder angemessen ist, hänge unter anderem von der Größe der Kita, dem Alter der betreuten Kinder sowie deren besonderen pädagogischen Anforderungen ab.
Die Fachleute haben deshalb erstmals nicht nur die reine Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher mit der Zahl der betreuten Kinder und deren Alter ins Verhältnis gesetzt. Stattdessen berücksichtigten sie auch die Zahl der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder (drohenden) seelischen Behinderung in einer Kita, weil diese eine intensivere Begleitung benötigen.
Der Studie zufolge sprechen in Rheinland-Pfalz in 32 Prozent der Einrichtungen mehr als ein Viertel der Kinder nicht Deutsch in der Familie. Ein Viertel (25 Prozent) der Einrichtungen würden zudem von Kindern mit Eingliederungshilfe besucht.
dpa
Bild: Nur sechs Prozent der Kitas in Rheinland-Pfalz verfügt laut einer Studie über die empfohlene Personalausstattung. (Symbolbild) | Boris Roessler/dpa
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