
Olympische Flamme im Saarland brennt für Inklusion
Seit Montag, 21.35 Uhr, brennt im Saarland das olympische Feuer: Bei der Eröffnungsfeier für die Nationalen Spiele der Special Olympics gab es viele feierliche und emotionale Momente.
Saarbrücken (dpa) -
Mit dem Entzünden der Flamme sind am Montagabend die nationalen Sommerspiele der Special Olympics für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in Saarbrücken offiziell eröffnet worden. Die 16.000 Zuschauer feierten den Auftakt der größten inklusiven Sportveranstaltung Deutschlands im Ludwigsparkstadion mit großer Begeisterung und Standing ovations. Zudem wurde die Feier live im Fernsehen und online übertragen.
«Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!» So lautete der Eid, den Hanna Hohe, Athletensprecherin von Special Olympics Saarland, sprach, bevor sie mit Unified Partner Jesse Veit auch die olympische Flamme entzündete. Viele Teilnehmer waren bei der Zeremonie und der fröhlichen Feier sichtlich gerührt, sprachen von «Gänsehaut-Momenten» und freuten sich, «endlich gesehen zu werden». «Das gibt mir Selbstbewusstsein und macht mich stolz, zu zeigen, dass Menschen mit Beeinträchtigung auch einfach nur Menschen sind», sagte Kevin Struß, Athletensprecher Special Olympics aus Niedersachsen.

Begeistert verfolgten Teilnehmer und Gäste die Eröffnungsfeier für die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 im Ludwigsparkstadion in Saarbrücken. | Laszlo Pinter/dpa
Bis Samstag treten rund 4.300 Sportler in 27 Sportarten an, dazu werden rund 100.000 Besucher erwartet. Zum ersten Mal finden die Sommerspiele im Südwesten Deutschlands und auch grenzüberschreitend statt, denn die Wettbewerbe im Schwimmen werden in der französischen Nachbarstadt Forbach ausgetragen. Das spiegelt nach Ansicht von Jean-Claude Hehn, Präsident des Gemeindeverbands Forbach, Solidarität für Inklusion durch den Sport wider: «Sport ist auch ein Symbol für Frieden, Freundschaft und Respekt», sagte er. Die Wettkämpfe sollten ermöglichen, «Brücken zu bauen und gemeinsam für eine bessere Welt zu arbeiten.»
Die Eröffnungszeremonie hatte am Abend mit dem Einzug der 16 deutschen und zwölf internationalen Delegationen begonnen. Vor dem feierlichen Entzünden der Special-Olympics-Flamme standen auch Musik und Tanz- Vorführungen auf dem Programm.

Ein Fallschirmspringer segelte bei der Eröffnungsfeier ins Stadion ein. | Laszlo Pinter/dpa
«Saarländisches Sommermärchen»
Saar-Sportminister Reinhold Jost (SPD) wünschte den Teilnehmern ein «saarländisches Sommermärchen» und sagte: «Wir sind verdammt stolz, dankbar und froh, euch als Gäste hier zu haben. Ihr seid ein großes Geschenk für uns!» Man wolle die Spiele nicht nur dazu nutzen, um tolle Sportereignisse zu erleben, sondern auch, um ein Zeichen zu setzen, «in einer Zeit, in der es wieder Menschen gibt, die andere aussortieren». Menschen mit geistigen Behinderungen seien anders, nämlich besonders wertvoll. «Ihr seid eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, und wir lassen uns nie wieder auseinanderdividieren», so der Minister.
Christiane Krajewski, Präsidentin der Special Olympics Deutschland, sagte, sie sei «zutiefst dankbar, diese großartige Öffnungsfeier in meiner Heimat und im Herzen Europas erleben zu dürfen.»
Damit die Wettbewerbe im Saarland optimale Bedingungen vorfinden, wurden laut Sportministerium zahlreiche Sportstätten für etwa zehn Millionen Euro modernisiert und barriereärmer gestaltet. Hier können die Athletinnen und Athleten in den nächsten Tagen nicht nur ihr sportliches Können präsentieren und Gemeinschaft und Anerkennung erleben, sondern sich auch noch für einen besonderen Wettbewerb qualifizieren: für die Special Olympics World Games 2027 in Chile.
dpa
Bild: Die saarländische Athletensprecherin Hanna Hohe und Unified Partner Jesse Veit entzündeten die Flamme für die Special Olympics im Saarland. | Laszlo Pinter/dpa
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