
Ahrtal bis Ramstein: Wenn Politiker um Verzeihung bitten
Mit seiner Entschuldigung setzt Gordon Schnieder ein Zeichen. Drei weitere Beispiele für öffentliche Bitten um Verzeihung.
Mainz (dpa/lrs) -
Bei der Gedenkveranstaltung zur Ahrtal-Flutkatastrophe vor fünf Jahren hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder für das Versagen des Staates um Entschuldigung gebeten. Dafür erntete der CDU-Politiker, der im Juli 2021 keine Regierungsverantwortung trug, viel Applaus. Drei Beispiele, in denen Politiker um Entschuldigung baten:
Der damalige CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet lacht 2021 in Erftstadt-Blessem im Hintergrund, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Flutopfern sein Mitgefühl ausspricht. Laschet erklärt später, das Lachen während eines Gesprächs sei unpassend gewesen: «Es tut mir leid.» Ihn hätten die Begegnungen mit Flutopfern erschüttert, und er ärgere sich selbst.
Alexander Schweitzer, damals Landessozialminister, sorgt 2013 mit einer Äußerung zur Nazi-Zeit für Wirbel. Schweitzer hatte der CDU nach deren Sieg bei der Bundestagswahl Arroganz vorgeworfen und einen Zusammenhang zu bürgerlichen Parteien in der Nazi-Zeit hergestellt. Der SPD-Politiker entschuldigt sich bei der damaligen CDU-Landeschefin Julia Klöckner.
Nach der Flugtag-Katastrophe von Ramstein 1988 verstreichen 30 Jahre, bis der damalige Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) 2018 in einer Rede sagt: «Ich möchte mich bei Ihnen in aller Form dafür entschuldigen, wie die Politik mit der Verantwortlichkeit für dieses schreckliche Ereignis umgegangen ist.»
dpa
Bild: Schnieder (CDU) sprach bei der zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz von Bad Neuenahr-Ahrweiler. (Archivbild) | Thomas Frey/dpa
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