
Plüschige Brückenbauer im Streifenwagen
Seelentröster-Teddys fahren in Rheinland-Pfalz künftig zu Einsätzen mit - und sollen Kindern Trost und Halt in schwierigen Situationen geben. Wie die Idee entstand und was der Gedanke dahinter ist.
Mainz (dpa/lrs) -
Rheinland-pfälzische Polizisten bekommen ganz besondere Begleiter an ihre Seite. In jedem Streifenwagen werden künftig Seelentröster-Teddys mitfahren, die von Einsätzen betroffenen Kindern Trost spenden und Halt geben sollen. In einem ersten Schwung seien von der Deutschen Teddy-Stiftung 1.100 der Stofftiere für die 375 Funkstreifenwagen beschafft worden, sagte Innenminister Achim Schwickert (CDU) in Mainz.
Wie die Teddys ankommen, wurde ab Herbst 2023 in einem Pilotprojekt in der Polizeidirektion Koblenz getestet. Die Rückmeldung der Kolleginnen und Kollegen sei überwältigend gewesen, berichtete Polizistin Kim Zorn. Auch ihr selbst habe es geholfen, in schwierigen Momenten etwas für Kinder in der Hand gehabt zu haben.
Wie aus einer Idee einer Autofahrt Realität wurde
Sie und ihr Mann Kevin hatten die Idee auf einer gemeinsamen Autofahrt während ihrer Ausbildungszeit an der Hochschule der Polizei. Später schrieben die beiden gemeinsam eine Bachelorarbeit über psychologische Erste Hilfe für Kinder im Streifendienst, in der Seelentröster-Teddys ebenfalls thematisiert wurden. Diese Arbeit betreute seinerzeit der Polizeiseelsorger Hubertus Kesselheim, der das Teddy-Projekt entscheidend mit vorantrieb.
Polizist Kevin Zorn kommt ursprünglich aus Sachsen-Anhalt. Dort habe es solch plüschige Tröster schon länger bei der Polizei gegeben, erzählte er. «Wir mussten das Rad nicht neu erfinden, sondern nur nach Rheinland-Pfalz rollen.» Polizeiseelsorger Kesselheim sieht sie als regelrechtes Einsatzmittel. Angst, Verunsicherung, manchmal auch Misstrauen seien Gefühle, die Polizeieinsätze begleiteten. Kinder seien damit oft überfordert, erklärte er.
«Kleines Stück Sicherheit» statt großer Erklärungen
In solchen Momenten brauche ein Kind keine Erklärungen mit großen Worten, sondern «ein kleines Stück Sicherheit», sagte Kesselheim. Genau das könnten die Teddys bringen. Sie könnten nie ein Ersatz für ein Gespräch oder professionelle Zuwendung sein, aber eine Brücke bauen und einem Kind zeigen, dass es nicht allein sei.
Finanziert werden die Teddys in diesem und im nächsten Jahr von der Stiftung Kriminalprävention. Wann einer in die Arme eines Kindes wandert, entscheiden Polizistinnen und Polizisten je nach Situation vor Ort selbst. Das kann nach einem Verkehrsunfall der Fall sein, nach einem schlimmen Familienstreit, nach häuslicher Gewalt oder sexuellen Übergriffen.
Innenminister Schwickert sagte: «Gerade, wenn Kinder betroffen sind, braucht gute Polizeiarbeit neben Professionalität auch Einfühlungsvermögen.»
dpa
Bild: Das Polizei-Ehepaar Kim und Kevin Zorn hatte die Idee mit den Seelentröster-Teddys, 1.100 sind es zunächst im Land. | Helmut Fricke/dpa
Alle Meldungen, aktuell und regional aus Koblenz und dem Mittelrhein-Gebiet auf tv-mittelrhein.de















































